DiE MAGiE DES TANZENS

 

Ein Freund von mir, Joel Torgeson aus Californien, hat einen Artikel darüber geschrieben, warum er tanzt (https://joeltorgeson.com/2018/03/22/why-i-dance/). Das hat mich inspiriert das selbe zu tun. Manche Dinge werden sich decken, aber ich wollte meine eigene, persönliche Liebeshymne über diesen wundervollen Sport, die Kunst und Art der Kommunikation schreiben. Also- was macht das Tanzen für mich so besonders? Die Antworten sind vielfältig, manchmal vielleicht sogar überraschend… und magisch:

 

MUSiK

Natürlich! Weil Musik einfach toll ist! Ich denke wir stimmen alle zu, dass Musik einen großen Einfluss auf unser Leben hat- fast überall ist Musik. Sie hat die Kraft Stimmungen zu beeinflussen und die Atmosphäre eines Raumes zu ändern. Sie kann alle Arten von Gefühlen auslösen und ausdrücken, die wir tief in uns vergraben haben.

Es ist fast, als hätten wir alle unseren persönlichen Soundtrack des Lebens: diese Lieder, die uns an Situationen oder Gefühle erinnern, die wir erlebt haben.

Wenn ich ein Lied höre, einen Rhythmus oder eine Melodie, dann berührt es etwas in mir und ich möchte tanzen. Tanzen lässt mich die Musik auf einer tieferen Ebene wahrnehmen und schätzen. Ich will die Musik in meinem Körper fühlen und mich in ihr verlieren. I love letting music move me!

 

FOKUSSIEREN

Tanzen erdet mich und ist gleichzeitig transzendierend, es verbindet mich mit meinem Körper während ich der Welt entfliehe.

Unsere Welt ist voller Ablenkungen. Den meisten Teil des Tages jongliere ich in meinem Kopf 1000 Gedanken gleichzeitig. Ich denke über die Vergangenheit und die Zukunft nach während ich versuche mein Leben in der Gegenwart auf die Reihe zu kriegen. Tanzen beendet diesen Wettlauf. Ich brauche meine ganze Aufmerksamkeit um mich auf die Musik, auf meinen Partner und meinen Körper zu konzentrieren. Es ist meine Form der Meditation und das beste Werkzeug um mich auf den Moment und das Hier-und-Jetzt zu fokussieren. Genau wie mein Freund Joel, kann ich mich direkt nach einem Tanz oft gar nicht erinnern, was genau ich gerade getan habe, weil ich so im Moment war, dass mein Kopf völlig vergessen hat Selfies zu machen 😉. Dieser Moment ist alles, was wir haben!

 

GEFüHLE

Wie bereits oben erwähnt, kann Musik Gefühle auslösen oder verändern. Genau wie Tanzen.

„Some dance to remember, some dance to forget” (Hotel California, Eagels).

Es ist wie eine Therapie für mich. Wenn ich schlecht gelaunt bin und anfange zu tanzen, verändert sich meine Stimmung sehr wahrscheinlich. Immer, wenn ich meine schwärzesten Tage hatte, wenn ich dachte nichts geht mehr, wenn ich denke ich bin ganz allein und die Welt ist ein Jammertal, dann macht mich der Tanz wieder stark, ganz und glücklich. Es ist als würde mir jemand einen Rettungsring zuwerfen, an dem ich mich festhalte und dadurch aus meinem ganzen Schmerz etwas Neues und Schönes mache.

 

AUSDRUCK

Das Tanzen erleichtert mir auch den Zugang zu Gefühlen und hilft mir sie zu verarbeiten. Im „normalen“ Leben könnte ich manche davon gar nicht ausdrücken oder zeigen. Tanzen schafft diese sichere Umgebung, in der ich ganz ich selbst sein kann. Im Tanz kann ich mich ausdrücken, wenn ich die richtigen Worte nicht finde. Ich kann alle Teile meiner Persönlichkeit zeigen, die im täglichen Leben manchmal nicht genug Raum haben: all die Liebe, die Traurigkeit, das leidenschaftliche Feuer, die Verletzlichkeit… Tanzen ist mein Medium um herauszufinden und auszudrücken, wer ich wirklich bin und was ich sein kann.

 

KREATiViTäT

Ich hatte schon immer Bilder in meinem Kopf, wenn ich Musik hörte. Es fiel mir immer leicht, mir Effekte, Bilder und Choreographien vorzustellen. Und ich habe es immer geliebt Choreos und Shows zu tanzen und eine Geschichte zu erzählen.

Ich erschaffe etwas aus dem Moment, alleine oder mit einem Partner. Ich drücke mich mit meinem Körper aus. Es ist, als würde ich zur Musik ein Instrument hinzufügen und dieses Instrument ist mein Körper. Es geht darum Musik sichtbar machen.

 

FiTNESS

Um ehrlich zu sein, mag ich es nicht wirklich an Geräten zu trainieren. Ich habe viele verschiedene Sportarten ausprobiert, aber nichts ist wie Tanzen. Es ist ein Training, das den ganzen Körper einbezieht und jeden einzelnen Muskel fordert. Und das beste daran ist: es wird niemals langweilig und macht einfach Spaß! Ich schwitze und bringe meinen Körper an die Grenze um exakter, schnell oder langsamer und in Balance zu sein, aber es fühlt sich nie wie eine Qual an.

 

HERAUSFORDERUNG

Tanzen fordert mich auf verschiedenen Ebenen. Neben der offensichtlichen körperlichen Herausforderung, fordert es mich auf einer tieferen, persönlichen Ebene. Es ist wie eine gute Beziehung. Es bringt das Beste in mir zu Vorschein, hilft mir meine Ängste zu überwinden und treibt mich dazu neue Dinge auszuprobieren und an meine Grenzen zu gehen.

Ein Sprichwort sagt: „Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone“. Genau wie Tanzen. Um besser zu werden muss ich mich öffnen und mich selbst geben. Ich lernte bei Überforderung locker zu bleiben und nicht so hart zu mir selbst zu sein. Ich musste akzeptieren, dass ich niemals perfekt sein werde. Und, dass das ok ist. Es lehrt mich auf unerwartete Situationen würdevoll und kreativ zu reagieren, ohne gleich auszuflippen. Es ist der Inbegriff von „going with the flow“. Wie im Leben hört das Lernen nie auf. Tanzen hat mir so viel Lektionen fürs Leben gegeben!

 

VERBiNDUNG

Diesbezüglich gibt es so viele verschiedene Aspekte.

Einer davon ist, dass Tanzen mich mit meinem Körper und meiner Seele verbindet. Ich fühle mich, wenn ich tanze. Alles. Meine Schwachpunkte und meine Stärken.

Außer der tiefen Verbindung zur Musik, die ich schon erwähnt habe, will ich die Intensität und Geschwindigkeit herausstellen, mit der man Verbindung zu Menschen herstellen kann. Nach einem stressigen Tag kann es beruhigend sein, Musik zu hören, aber wenn man zum Tanzen ausgeht (jede Form von Paartanz) kommt noch die Dimension von Berührung und Verbindung mit anderen Menschen hinzu. Wie wunderbar ist es doch einem anderen Menschen für ein paar Minuten die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Wir wollen alle gesehen werden. Wir wollen alle eine tiefe Verbindung mit anderen Menschen eingehen. Aber leider ist das in unserer heutigen Gesellschaft oft schwierig und der einzige Weg scheint über Social Media zu führen. Paartanz eröffnet einem diese wunderbare Welt der echten Verbindung. Ja, es dauert manchmal nur ein oder zwei Tänze. Aber es kann so echt, tief und wundervoll sein. Ich versuche mich meinem Partner ganz zu öffnen damit wir in völliger Harmonie etwas Schönes kreieren können. Ich lerne so manchen Tanzpartner sehr gut kennen, obwohl wir kein einziges Wort wechseln, nur indem wir einen Tanz teilen. Ich erfahre Dinge über seine Persönlichkeit, die herauszufinden im wahren Leben Jahre dauern würde. Beim Tanzen gibt es oft dieses unerklärliche Vertrauen. In der Intimität des Tanzes zeigen Menschen Seiten von sich, die sie sonst nie zeigen würden.

 

BERüHRUNG

Die Berührung im Tanz ist der Weg, sich mit dem Partner auf physischer Ebene zu verbinden. Sie beinhaltet alles von einer offenen Grundhaltung bis hin zum kompletten Körperkontakt. Und sie beinhaltet auch WIE wir berühren. Die meisten Tänzer sind sich sehr bewusst darüber, wie und wo man sich auf respektvolle Art berührt. Das vorausgesetzt, kann die Berührung im Tanz sehr sinnlich und gleichzeitig unschuldig sein. Es kann sich sicher und einfach toll anfühlen, diese körperliche Verbindung mit einem Tanzpartner herzustellen.

An dieser Stelle zitiere ich meinen Freund Joel: „Es ist ein großes Privileg, dass andere Menschen (in diesem Zusammenhang: Tänzer) mir gestatten, ihren Körper zu berühren. Manchmal vergesse ich, wie unglaublich das ist, aber es macht mich immer wieder glücklich es mir wieder vor Augen zu führen: die menschliche Berührung ist eine wundervolle Sache.“

Ja das ist sie, in der Tat!

 

GEMEiNSCHAFT

Wenn ich mich auf meinen Reisen je alleine fühle, gehe ich zu einem Tanzabend oder einer Stunde und kann so ganz schnell und einfach mit Leuten in Kontakt treten. Tanzen ist eine interkulturelle Sprache, die Leute auf der ganzen Welt verbindet.

Die Tanzgemeinschaft ist erstaunlich: weltoffene Menschen jeden Alters mit ganz unterschiedlichem sozialen, kulturellen, ethnischen und Bildungshintergrund treffen sich und teilen die Liebe fürs Tanzen! Wir sitzen alle im selben Boot, kämpfen alle mit ähnlichen Dingen und wir gehen alle respektvoll miteinander um. Welch ein tolles Vorbild für die Welt!

 

Um die Magie des Tanzes zu erleben, musst Du deine Mauern einreißen und loslassen. Ich weiß das ist nicht einfach. Aber ich verspreche dir, du wirst aufgefangen, wenn du fällst!

Tanzen hat mich immer belohnt. Mit dem Gefühl lebendig, ganz, glücklich und frei zu sein.

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