EiNDRüCKE VON DEN PHiLiPPiNEN- EiN üBERBLiCK

 

SCHöNHEiT

Der erste und wichtigste Eindruck ist, dass dieses Land einfach unglaublich schön ist! Wenn du Fotos siehst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass nicht mal Photoshop seine Finger im Spiel hatte. #nofilterneeded. Und falls doch, dann nur um die Bilder so schön zu machen, wie es in Wirklichkeit ist. Keine Kamera kann diese Farben wirklich einfangen.

Es ist an Land genauso schön wie zu/unter Wasser. Wasserfälle, Berge, Dschungel, Strände, Korallenriffe, Wasserschildkröten, Walhaie, Massen von Sardinen… die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Die Philippinen bieten erstklassige Schnorchel- und Tauchgebiete. Angeln, wandern, surfen und canyoneering sind nur einige der Millionen verfügbaren Aktivitäten. Hier wird’s nie langweilig und es gibt unendlich viel zu entdecken.

Das Land besteht aus mehr als 7000 Inseln, eine schöner als die andere. Manche sind allerdings sehr klein. Und für diejenigen, die ein Stück vom Paradies ganz für sich wollen: Ich habe sogar ein Angebot gesehen, dass man eine ganze Insel kaufen kann. 😉

LEBEN

Hier zu reisen oder zu leben ist allerdings nichts für jedermann. Das Leben hier ist sehr einfach. Es ist ein 3.Welt Land und das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei 22000php (370€). Hier gibt es nur ein paar Steinhäuser, natürlich vor allem in den Städten. Aber die meisten Leute leben in Bambus Häusern oder Wellblechhütten. Die meisten meiner Unterkünfte bestanden auch aus Bambusgeflechtwänden und Bananenblattdächern.

Das Land ist nicht wirklich auf Touristen vorbereitet. Elektrizität ist beispielsweise ein großen Problem. Das ganze System ist nicht darauf ausgelegt und nicht strak genug um zusätzlich zu den Einwohnern auch noch die touristischen Einrichtungen zu versorgen. Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Das heißt auch, dass die Wasserpumpen nicht immer funktionieren. Und wenn die Dusche funktioniert, dann meistens mit geringem Wasserdruck und natürlich nur mit kaltem Wasser. Aber wer braucht schon heißes Wasser bei heißen Temperaturen? 😉

Auf Grund dieser Probleme ist die Eimerdusche hier weit verbreitet. Außerdem steht neben der Toilette immer ein voller Eimer mit Wasser- das ist die Spülung. Meine Unterkünfte sind immer eher einfach ausgestattet (400-800php pro Nacht, meistens Einzelzimmer). Aber wer das will, findet auch teure Unterkünfte (6000-20000php pro Nacht), die allen üblichen Komfort bieten. Der Preis ist so hoch, weil diese Unterkünfte ihre eigenen Generatoren, manchmal Solarsysteme und ihre eigenen Wassersysteme sogar mit warem Wasser haben um unabhängig zu sein und Ausfälle zu vermeiden.

LEUTE

Service und Freundlichkeit sind überall außergewöhnlich- egal ob teuer oder günstig. Und ich fühle mich als Alleinreisende immer sehr sicher.

Ich muss nur mal dastehen und etwas planlos aussehen und sofort fragt jemand, wo ich hin will…nur für den Fall, dass ich mich nicht mehr auskenne. Oder falls ich ein Trycicle oder ein Motorrad als Taxi brauche. Manchmal habe ich die Fahrt sogar umsonst bekommen. Ich muss wohl sehr verwirrt drein geschaut haben 😊.

Immer wenn ich ein Problem mit einem gemieteten Roller hatte, hat mir jemand geholfen. Platter Reifen- kein Problem. Schnell den Nachbarn nach ner Luftpumpe gefragt- Problem gelöst. Roller nicht angesprungen- irgendeiner kam immer und hat den Kickstart für mich gemacht. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich alle kümmern.

Und nie habe ich jemanden erlebt, der schlecht drauf war. Alle lächeln und winken und grüßen immer. Und jeder „ma´amt“ mich. Es ist eine Art von Höflichkeit und Respekt. Ich wurde noch nie so oft „gema`amt“ und ich hab ein bißchen gebraucht um mich daran zu gewöhnen und mich nicht alt zu fühlen. Jeder Satz beginnt oder endet mit „Ma´am“. Yes Ma´am. No Ma`am. Hi Ma`am. Where are you going Ma`am?. Für mehrere Leute unterschiedlichen Geschlechts gibt es ein eigenes Wort: Ma`amsir. Es kommt einfach in einem Wort raus. Dieses Wort wird für mich immer mit den Philippinen verbunden sein.

VERTRAUEN

Es hilft wirklich sehr, dass sich die Leute so kümmern, denn es gibt nur wenig Infos für Touristen. Zumindest nicht überall. Wenn ich in andere Länder geflogen bin, habe ich immer schon am Flughafen oder im Hostel Flyer gefunden, die über das Transportsystem, Zeitpläne oder Attraktionen informieren. So weiß man immer , wo die Hotspots sind und wie man am besten dorthin kommt. Nicht so hier. I bin völlig unvorbereitet in den Philippinen gelandet, weil es eine spontane Entscheidung war. Und so hat es einige Zeit gedauert, bis ich alles rausgefunden habe. Am Anfang hab ich mich ganz schön verloren gefühlt, aber ich habe gelernt, dass ich einfach nur springen muss und immer auf den Füßen landen werde. Manchmal dort, wo ich hin wollte und manchmal woanders, aber immer an wunderschönen Orten. Am besten ist es, nicht zu viel zu planen. Sich einfach treiben lassen und Vertrauen haben. (Dazu werde ich in einem nächsten Blog noch mehr schreiben…)

ZUFRiEDENHEiT UND RELiGiON

Das ist die wichtigste Lektion, die ich hier gelernt habe: Dinge zu akzeptieren, wie sie sind und das Vertrauen zu haben, dass es gut ist, wie es ist. Das scheint auch die Einstellung der Filippinos zu sein. Ich habe nie jemanden gehört, der sich über irgendwas beschwert. Nicht mal die Kinder weinen oder quengeln. Sie sind einfach nur zufrieden und lächeln die ganze Zeit. Während einer 6stündigen Busfahrt hat kein einziges Kind geweint, gequelngelt oder wollte unterhalten werden.

Vielleicht ist das Geheimnis der Zufriedenheit Bescheidenheit? Ich hab das Gefühl nicht viele Leute streben nach Höherem. Filippinos scheinen damit zufrieden zu sein, was sie haben. Vielleicht weil Religion in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielt? Der Großteil des Landes ist katholisch und die Kirchen sind zu Messzeiten immer voll. Ich habe sogar erlebt, dass 2x am tag ein Gebet über die Lautsprecher einer Shoppingmall gesprochen wird. Während dieser 2 Minuten stoppt alles. Keiner bewegt sich. Alle beten.

UMWELTSCHUTZ

Oder haben sie aufgegeben und sind deshalb zufrieden? Wenn man immer wieder zurück geworfen wird durch die politische Situation oder Taifune und Tsunamis ist das vielleicht der Tribut.

Aber ich denke nicht, dass sie aufgegeben haben. Es scheint als würde sich ein neues Bewusstsein für Umweltschutz entwickeln. Nachdem dieses Land immer wieder mit derartigen Naturgewalten zu kämpfen hat, scheint es auch nur logisch, dass man einiges unternimmt:

-Bambusstrohhalme anstatt Plastikstrohhalme

-Rauchverbot an Stränden um Zigaretten gar nicht erst in die Nähe des Meeres zu lassen

-Plastikflaschen auf Bootstouren sind verboten

-eingeschränkte Zeiten für manche Tauch und Schnorchelspots

-Beachcleaning Aktionen

Und vieles mehr…

Die Philippinen versuchen eine gute Balance zu finden zwischen der Ausschöpfung ihrer Ressoursen für den Tourismus und dem Umweltschutz. Natürlich gibt es noch viel zu viel Luftverschmutzung und Millionen andere Stellen, wo Umweltschutz (noch) keine Rolle spielt, aber ein Anfang ist wenigstens gemacht.

Ich hoffe wirklich sehr, dass die Schönheit dieses Landes noch lange erhalten bleibt und auch zukünftige Generationen von Filipinos und Reisenden dieses Land noch genießen können.

 

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