DAS BGB DER BEGEGNUNG

 

Begegnungen machen das Leben schön und wunderbar. Manchmal aber auch kompliziert. Vor allem dann, wenn unausgesprochene Dinge in der Luft hängen, oder unerfüllte Erwartungen im Spiel sind. Dann sind Verletzungen, Missverständnisse und negative Stimmung oft unvermeidlich. Da spielt es auch keine Rolle, ob es sich um berufliche oder private Beziehungen handelt, ob man sich schon lange kennt oder die Verbindung ganz frisch ist.

Inspiriert durch Konzepte wie „Gewaltfreie Kommunikation“, „Radikale Ehrlichkeit“ und andere, in die ich in den letzten Monaten auf der Reise zu mir selbst reinfühlen durfte, versuche ich jetzt dem BGB der Begegnung zu folgen. Es geht darum in sich hinein zu hören, ehrlich zu kommunizieren, offen zu zuhören und eine gemeinsame Basis zu finden.

BGB steht für Bedürfnisse Grenzen Bedeutung

 

BEDüRFNiSSE

Ich habe festgestellt wie befreiend es für mich ist, meine Bedürfnisse zu erforschen und zu kommunizieren. Das ist nicht immer ganz einfach, denn oft merke ich, dass ich mir selbst gar nicht unbedingt klar darüber bin, was ich genau will. Und erlaube ich mir das Bedürfnis, das tief drin da ist, überhaupt? Was genau erhoffe ich mir von dieser bestimmten Begegnung? Darüber nachzudenken und es auszusprechen tut gut.

Früher wurden meine Erwartungen an bestimmte Freundschaften manchmal nicht erfüllt. Das hat mich verletzt und enttäuscht hinterlassen. Aber wie soll der andere wissen, was ich mir wünsche, wenn ich nicht darüber spreche? Gedanken lesen zu erwarten ist nicht fair.

Die eigenen Bedürfnisse zu kennen und mitzuteilen ist genauso wichtig wie klare

GRENZEN

zu setzen. Was will ich nicht? Was ist mir zu eng? Was bin ich bereit zu geben und wo ist es mir einfach zu viel?

Beziehungen zu Menschen, mit denen ich ein sehr enges Verhältnis habe und, die ich schon sehr lange kenne, sind in dieser Hinsicht oft schwierig gewesen. Speziell die Familie, Eltern, Großeltern usw. können manchmal leicht und in bester, liebender Absicht unsere Grenzen überschreiten, wenn wir sie nicht kommunizieren. Wichtig ist es da vor allem, dies zu tun, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Das heißt bevor die Situation so stark wird, dass es Abwehrgefühle triggert, die uns daran hindern ruhig, besonnen und mit Einfühlungsvermögen und Liebe kommunizieren zu können.

Interessant für neue Begegnungen ist die Frage: Was ist die

BEDEUTUNG

dieser Begegnung? Ist es dauerhaft oder für den Moment? Wie wünsche ich mir den zukünftigen Kontakt?

Sich darüber zu unterhalten hätte mir viel „after-first-date-drama“ in meinem Leben erspart! Die ganzen Dating Spielchen, die immer die Unsicherheit hinterlassen, wie der andere die Begegnung sieht, oder wie man jetzt am Besten aus der Nummer rauskommt, ohne zu verletzen, wären einfach weggefallen.

 

WiE FUNKTiONiERT ES?

Am besten hat es für mich immer funktioniert, meinem Gegenüber das Konzept zunächst vorzustellen und zu erklären. Danach kann dann einer anfangen und dann ist der andere dran. Nach dem Motto ich zeig dir meins, dann zeigst du mir deins.

Falls die BGBs der beiden Personen weit auseinander liegen, kann man hinterher das Gespräch fortsetzen und die gemeinsame Basis suchen. Nur weil man nicht sofort die gleichen Vorstellungen hat, heißt das ja nicht, dass man nicht einen Konsens finden kann, der für beide gut funktioniert. Und ganz wichtig zu wissen ist, dass der BGB Status veränderlich ist und sich schon nach so einem offenen Gespräch manche Dinge verändern können. In dem Fall ist es gut, das Gegenüber auf dem Laufenden zu halten.

Man kann das BGB Gespräch aber auch anders beginnen. Ich nehme mir dann den Teil, der mir am dringendsten unter den Nägeln brennt und erzähle meine Wahrheit. Danach frage ich „und wie ist das für dich?“. Das ist ein guter und natürlicher Start.

Bisher habe ich hauptsächlich von privaten Begegnungen geschrieben. Wie ist das im Job? Im Beruf ist das eventuell oft nochmal schwieriger, aber auch wichtig. Ich habe es schon praktiziert und habe mich gut und klar damit gefühlt.

 

VORAUSSETZUNGEN

Wer das offene BGB Gespräch möchte, muss bereit sein es zu initiieren und sich zu öffnen. Es braucht also ein bisschen Mut und den Willen zur Selbstverantwortung. Die eigene Offenheit wirkt oft ansteckend auf andere Menschen und macht oftmals Dinge möglich, die man gar nicht für möglich gehalten hätte. Nichts verstecken oder zurückhalten, sich „nackig“ machen tut nicht weh und ist befreiend!

Außerdem braucht es die Bereitschaft, dem anderen wirklich zuzuhören um zu verstehen, wo er steht. Und den Glauben daran, dass der andere auch aufrichtig ist.

Und schließlich die Bereitschaft einen Konsent zu finden, auch wenn es vielleicht schwierig ist.

Ich habe nur die allerbesten Erfahrungen damit gemacht und möchte es jedem ans Herz legen!Vor allem genau dann, wenn sich Zweifel melden oder sich irgendetwas nicht richtig anfühlt. Viel Spaß beim Ausprobieren und teilt gerne eure Erfahrungen mit mir!

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