NACH HAUSE KOMMEN UND ZUHAUSE BLEiBEN

Vor einer Woche bin ich zurück nach Hause gekommen. Nach 3.5 Monaten auf Reisen in tropischem Klima, in denen ich viel Zeit in der Natur und mit vielen wunderbaren Menschen verbracht habe, ist es wirklich eine Herausforderung in mein kleines Apartment im kalten deutschen Frühling zurückzukehren. Während der Ausgangssperre. Auch wenn die Sonne es derzeit gut mit uns meint.

Ich denke, diese Zeit ist für alle von uns eine Herausforderung. Vielleicht aus unterschiedlichen Gründen. Für manche bringt die Angst vor dem Virus auch die tiefsitzende Angst vor dem Tod ins Bewusstsein. Für andere klopft eine Depression an die Tür, weil sich das Leben ohne Arbeit und andere tägliche Geschäftigkeiten plötzlich leer anfühlt. Manche leben alleine und kämpfen mit der Einsamkeit, manche fühlen sich gefangen mit ihren Familien oder Mitbewohnern und wünschen sich mehr Privatsphäre. Viele haben wahrscheinlich finanzielle Ängste. Und die meisten von uns sind verwirrt und überfordert damit, nicht zu wissen, wie lange diese Situation andauern wird.

Ich denke, all diese Gefühle sind ok und es wert gefühlt zu werden. Sie sind nicht überraschend und niemand muss sich dafür schämen. Wem alles zu viel wird, den will ich ermuntern, einen Freund zu kontaktieren oder, wenn nötig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und offen und ehrlich über alles zu sprechen!

Es ist aber auch völlig ok diese Zeit der Verlangsamung zu genießen. Keine Pläne und mehr Zeit zu haben, mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können, all die Bücher zu lesen, die du schon immer lesen wolltest, zu kochen, kreativ zu sein, oder sogar mehr Zeit um mit deinen Freunden (virtuellen) Kontakt zu haben.

Es ist ok- ALLES! Wir meistern das alles großartig!!!

Ich persönlich habe die letzte Woche in Isolation größtenteils genossen. Ganz ohne Pläne konnte ich meinen Jetlag in Ruhe auskurieren und langsam wieder ankommen. Aber ich habe festgestellt, dass ich mich in dieser Ruhe auch oft stören lasse: plötzlich tauchen so viele Treffen, Kurse und andere Angebote online auf- von immer neuen Informationen, Statistiken und Artikeln über den Virus gar nicht zu reden- dass ich mich oft fast schon überfordert fühle. Die Versuchung ist groß sehr viel Zeit online zu verbringen und in eine neue Art von Geschäftigkeit zu verfallen.

Versteht mich nicht falsch. Ich finde die Angebote alle toll und ich weiß, dass das für viele kleine Unternehmen oder Selbständige (Tanzlehrer, Musikschulen, Fitnessstudios, Künstler….um nur einige zu nennen) jetzt die einzige Überlebenschance ist. Und alle haben meine volle Unterstützung und Bewunderung dafür, dass sie sich der Situation so schnell angepasst haben und neue Wege finden um ihre Kunden zu erreichen. Und trotzdem versuche ich mich nicht online zu „verstecken“.

Und ich will diese Zeit auch nicht im Wartemodus verbringen. Warten bis alles vorbei ist und wir wieder zur „Normalität“ zurückkehren. Die Frage ist: Wollen wir das überhaupt? Zurück zum alten “normal“? Was vom alten “normal” wollen wir wirklich wiederhaben und was wollen wir ändern oder loslassen?

We’re all being sent HOME now, from both an outside and an inside perspective. We are basically all sent to a HOMERETREAT. We all need to do our HOMEWORK. (Roxana Elena Foell) 

Keiner kann die „Pause Taste“ in meinem Leben drücken. Es findet im Außen weniger Bewegung statt, ja, aber im Inneren kann sich so vielleicht sogar mehr bewegen!

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und dem Ruf nach Veränderung lauschen. Dem Ruf nach Veränderung und Heilung, wo auch immer ich ihn höre- in der Gesellschaft, Mutter Erde oder in mir.

Ich möchte nach innen reisen, mich meinen Ängsten stellen, sie zur wahren Quelle zurückverfolgen, sie in meinem Körper spüren, ihnen Gehör und Beachtung schenken, ihnen sagen, dass sie mir nicht mehr dienen und dann, in einem leidenschaftlichen Tanz, die Energie bewegen und die Ängste abschütteln und sie in die höchste Vibration verwandeln: Liebe!

In dieser Zeit von körperlicher Distanz, Ausgangssperre, Trennung und Isolation sehe ich eine wertvolle Gelegenheit wieder mit mir selbst, meiner Kraftquelle und allem was ist, in Verbindung zu kommen. Wieder zu entdecken was wirklich wichtig ist. Ich möchte meine eigene Lebendigkeit und die Lebendigkeit um mich herum, spüren indem ich meine Aufmerksamkeit auf die täglichen Wunder richte, die ich viel zu oft als selbstverständlich betrachte:

Wie wertvoll ist das Geschenk in die Natur gehen zu können! Ich sehe die Sonne, den Himmel, das Grün der Wiese, jede Blume, die mir sagt, dass der Frühling da ist, … mit anderen Augen.

Ich bin dankbar für ein warmes Zuhause und genug gesundes Essen!

Wie wertvoll ist ein persönliches Treffen mit einem Freund (sogar mit Abstand)! Nein, ich möchte diese Zeit nicht mit Smalltalk verschwenden. Ich möchte tiefe Verbindungen, Gespräche, die von Herzen kommen und unsere Vibrationen spüren.

Ich bin mit einem gesunden Körper gesegnet, der sich bewegen kann! Ich möchte meine ganze Kreativität nutzen um tiefer zu graben, zu verarbeiten und auszudrücken, was mich bewegt. Ich möchte tanzen, malen, schreiben, singen und spielen!

Was für ein Geschenk ist es, so viele warmherzige Menschen zu kennen, die mutig ihre Herzen öffnen und ihre Liebe in die Welt schicken um sie und uns alle zu heilen!

May we take that leap that reminds us that the only real survival that matters is our capacity to love.(Bruce Lyon)

Ich schreibe das hier, weil ich möchte, dass wir uns alle in unseren Ängsten gesehen fühlen. Ich möchte anerkennen, dass alle ihr Bestes tun um mit der Situation umzugehen.

Im Angesicht des Todes hoffe ich, dass wir alte Dinge, Gedanken und Gewohnheiten, die uns nicht mehr dienen, sterben lassen können um anderen Platz zu machen, die geboren werden wollen. Ich hoffe wir können jeden Atemzug genießen, und uns der Tatsache ergeben, dass wir keine Kontrolle haben. (Haben wir jemals Kontolle?) Ich wünsche mir, dass unsere Augen und Herzen offen sind und unser Blick klarer wird für unverzichtbare Werte des Lebens, für die es sich lohnt einzustehen.

Ich lade uns alle ein, unsere Aufmerksamkeit auf die unendliche Freude des Lebens zu lenken, verbunden zu bleiben und diese Zeit für eine wahrhaftige Reise nach innen zu nutzen um unsere Quelle wieder zu entdecken: LIEBE. Für uns selbst. Für einander. Für die Welt. Lasst uns alle LIEBEN UND LEBEN!

 

„Where are you from?“

„From everywhere.“

„No, I mean which country?“

„Country? I am from near, I am from far. My mother is the earth, my father the universe, my grandma the ocean. My brothers and sisters are the animals, my aunties and uncles the stars. Their children, all plants, trees, flowers, are my cousins.“

„But if you are from everywhere, where can I place you?“

„As a tiny little piece of everything, as a tiny little piece even from you.“ (Lena Wendt)

 

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