SECHS IN THE CITY

Ich habe gerade 6 Tage in Singapur verbracht. Man nennt die Stadt auch „fine-town“ und tatsächlich gibt es sehr viele Regeln, die diesen Stadtstaat sicher und sauber halten.

Ich habe noch nie mehr Verbotsschilder auf einem Haufen gesehen. Es ist so ziemlich alles verboten, außer an den speziell dafür vorgesehenen Stellen. Rauchen, Essen, Trinken, … und sogar Kaugummis sind gesetzlich verboten! Um zu vermeiden, dass jemand auf die Idee kommt, seinen Kaugummi auf den Boden zu spucken. Das nenne ich das Problem an der Wurzel packen.

Es gibt nirgends irgendwelchen Müll auf dem Boden. Weder drinnen, noch draußen. Wahrscheinlich könnte man überall ohne jegliche Infektionsgefahr eine Operation am offenen Herzen durchführen.

Alles läuft in geordneten Bahnen. In der U-Bahn wird nicht gedrängelt. Zeichen auf dem Boden helfen denjenigen, die es noch nicht verstanden haben: erst an der Seite warten und aussteigen lassen, dann einsteigen. Apropos öffentliche Verkehrsmittel. Das ist fast wie aus München gewohnt: ein gut ausgebautes Netz an U-Bahn und Bussen, die einen so ziemlich überall hinbringen. Deutlicher Unterschied zu München ist allerdings, dass alles immer pünktlich war und es nur ein paar Cent kostet um von A nach B zu kommen!

Wenn spät nachts die Öffentlichen nicht mehr fahren ist aber auch ein Taxi mehr als erschwinglich. Innerhalb der Stadt habe ich nie mehr als 5€ bezahlt und selbst zum Flughafen (ca. 30 min) nur 10€. Wenn man allerdings Freitag- oder Samstagnacht nach einem Taxi winkt, oder genau dann, wenn einer der heftigen Regenschauer einsetzt, dann kann es schon eine Weile dauern, bis eins hält.

Auch hier gibt es aber eine Alternative: GRAB, das ist wie UBER und funktioniert über eine App. Allerdings kann es sein, dass gerade zu diesen Zeiten dann die Preise steigen und diese Fahrt teurer wird, als mit einem Taxi. Ansonsten, während der normalen Zeiten sind die Preise ungefähr gleich.

Egal ob mit dem Taxi, öffentlich oder zu Fuß- ich habe mich immer, zu jeder Tages- oder Nachtzeit 100%ig sicher gefühlt. Den ganzen Verboten und den hohen Alkoholpreisen sei Dank?!?

Ja, Alkohol ist wohl sehr teuer. Keine Ahnung. Ich hab keinen gekauft. Aber mir hat jemand von dort erzählt, dass er Alkohol in Deutschland so billig fand- also glaub ich es mal.

Ansonsten ist das Preisniveau sehr gemischt. In den unzähligen Shopping Malls gibt es alles, was es überall gibt. Klamotten, Kosmetik, Klimbim… Die Preise und Marken sind wie bei uns. Außer man geht in die local Stores in little India, Chinatown usw.

Ich fand, Unterkünfte sind verhältnismäßig teuer. Vor allem Platz ist teuer. Ich habe auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft für die ersten 3 Nächte ganz oft gelesen „Zimmer ohne Fenster“ oder „Zimmergröße 6qm“. Und das bei einem recht stolzen Preis. Aber das ist Mittelklassestandard in Singapur. Als preiswertere Alternative, die ich sehr empfehlen kann gibt es die CAPSULE HOSTELS (z.B. www.atlastation.com ). Man hat seine Privatsphäre durch die abgeschlossene Kapsel und ist trotzdem in einem günstigen Hostel, allerdings dann natürlich mit geteiltem Bad. Wer das verkraftet spart viel und hat- meiner Meinung nach- ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und einen besseren Service als in den überteuerten Mittelklasse Absteigen.

   

Toll ist natürlich, wenn man sich eines der besseren Hotels leisten kann. Die bieten dann auch Luxus, Service und oftmals Rooftop Pools. (https://www.marinabaysands.com/hotel.html, https://www.hoteljen.com/singapore/orchardgateway/about/ ). Von dort oben ist übrigens auch die Aussicht super.

Natürlich vor allem vom Marina Bay Sands Hotel, von wo aus man die Lightshow in den Gardens by the Bay und an der Marina von oben sehen kann.

Da der Stadtstaat nicht sehr viel Platz zur Verfügung hat, versuchen sie die Natur und Grünflächen trotz allem künstlich unterzubringen. Toll sind da Dachgärten und Bauten mit anderweitig integrierten Grünflächen, die auch für sauberere Luft sorgen sollen. Die Parkanlagen sind oftmals auch sehr gelungen, aber mir persönlich doch auch manchmal zu künstlich.

Insgesamt macht das Stadtbild einen sehr durchgeplanten Eindruck. Hier wird gewohnt, hier wird gearbeitet, hier gegessen, dort erholt. Wenigstens ein paar Gegenden lassen noch Teile vom ursprünglichen Singapur erkennen. Aber man hat den Eindruck, dass das Moderne, die Hochhäuser usw. bald alles „aufgefressen“ haben.

Mein erster Eindruck war, dass die Stadt hauptsächlich aus Hochhäusern, Shopping Malls und Restaurants besteht. Sie sind der „Kühlschrank der Stadt“. Hier wird mit Klimaanlagen auf 18°C runtergekühlt. Draußen ist es heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit, so dass der Temperaturunterschied wirklich extrem hoch ist. Ich bin sofort krank geworden und hab mir eine Erkältung geholt. Aber die Leute,die dort leben sind es gewohnt und lieben ihr Klimaanlagen.

Innerhalb und außerhalb der unzähligen Shopping Malls wimmelt es nur so von Essensständen, Restaurants und Cafés in allen Preisklassen und mit jeder Art von (natürlich hauptsächlich asiatischen) Angeboten. Für ein Hauptgericht kann man von 3€ bis 30€ ausgeben. Und ich hab das Gefühl, dass keiner zu Hause kocht, sondern alle Essen gehen. Würde auch Sinn machen, denn Lebensmittel im Supermarkt sind recht teuer. Ist ja auch logisch- muss ja so gut wie alles importiert werden.

Noch ein kleiner Nachtrag zum Essen. Als Vegetarier und glutenfreier Esser hat man es echt schwer. Auch in den Supermärkten gibt nur selten eine Bio- Ecke, in der man dann Produkte dazu finden kann. Die Kette COLD STORAGE kann ich sehr empfehlen.

Ein paar wenige Restaurants und Cafés für Vegetarier, Veganer und mit Auflistung anderer Allergene gibt es aber doch:

Peace Café- Little India, Vegan Café- nahe Clarke Quay, Grain Traders- Telok Ayer, Kitchen by Food Rebel- Telok Ayer, Real Food- Orchard Road. Was „glutenfrei“ oder „vegetarisch“ ist, ist dennoch oft unbekannt. Einmal habe ich mich an einem Street Food Stand nach langer Beratung für ein Gericht entschieden, von dem mir versichert wurde, dass es kein Fleisch und kein Mehl enthält. Und bekommen habe ich Reis, Gemüse uuuuuunnnnnd PANIERTE HÜHNCHENSTÜCKE. Auf meine Nachfrage, ob das nicht doch Fleisch sei, sagte die Dame- „no meat, just chicken!“ Naja, der Wille war da.

Abgesehen von solchen Sprachbarrieren in kleineren Geschäften oder Streetfoodläden spricht eigentlich jeder englisch. Mit den unterschiedlichen asiatischen und indischen Akzenten hab ich manchmal noch meine Probleme. Aber ich darf mich nicht beschweren mit meinem „tschöamen äksent“.

Auch alle Ausschilderungen, Beschriftungen, Speisekarten und natürlich auch die Verbotsschilder sind auf Englisch. Macht auch Sinn, denn in Singapur leben Leute aus vielen unterschiedlichen Nationen zusammen. Und aus unterschiedlichen Kulturen. Mit unterschiedlichen Religionen. Und ich habe den Eindruck, dass alle sehr tolerant und freundlich miteinander und nebeneinander leben. Ich hoffe mein Eindruck ist richtig, und es gibt sie, die Ausnahme! Das leuchtende Beispiel! Das Vorbild!

Ich hab jedenfalls nur gute Erfahrungen mit unfassbar gastfreundlichen, zuvorkommenden und hilfsbereiten Menschen gemacht. Oft musste ich nur planlos dastehen und mich umsehen, da hat schon jemand gefragt, ob er helfen kann.

Mein Fazit von Singapur: Eine sehr „dubaieske“ Stadt, die versucht den Platz und die Menschen im Griff zu haben und zu organisieren. Asien light für Einsteiger. Tolle Stadt, die aber sehr aufpassen muss, dass der Charme nicht der Moderne zum Opfer fällt.

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